Lauenburger SV vs. TSV Schwarzenbek

Sensationssieg der „Wölfe“

Lauenburg. Der Trainer des TSV Schwarzenbek Thies Dieckert blickt noch einmal in die Ränge. Dorthin, wo die Anhänger seiner „Wölfe“ sitzen. Knapp zwei Minuten sind in der Landesligapartie zwischen der Lauenburger SV und dem Aufsteiger noch zu spielen.

Die Gäste führen mit 22:20. Da hebt Dieckert seine Faust und schwingt sie mehrmals durch die Luft. Macht noch einmal Lärm, bedeutet der Handballcoach den Zuschauern. Sie hören auf ihn. Die knapp 30 TSV-Anhänger schlagen ihre Pappklatschen aufeinander – und es hilft. Schwarzenbek bringt einen 23:21-Sieg über die Zeit. Es ist eine kleine Sensation.

Schließlich hatten die Europastädter bis dahin noch kein Spiel gewonnen. „Alles hat für uns gesprochen. Heimspiel, Derby, Schwarzenbek Letzter, eine volle Bank. Aber unsere Leistung war katastrophal“, ärgerte sich LSV-Trainer Carmelo Hadeler. „Wir hatten nichts mehr zu verlieren“, sagte hingegen Dieckert.

Gemeinsam mit den Trommlern der LSV sorgten die Anhänger der „Wölfe“ in der vollen Hasenberghalle für eine einmalige Derby-Atmosphäre, die der TSV für sich zu nutzen wusste. Schon das 1:0 durch Philip Grothkopf feierten alle Schwarzenbeker frenetisch. Vor allem TSV-Rückraumspieler Daniel Merla blühte in diesem Ambiente auf. Neun Treffer steuerte er zum Sieg bei. „Unsere Abwehr war in der ersten Halbzeit so schlecht. So haben wir noch nie gedeckt.“, meinte Hadeler.

Auch im Angriff fehlte es der LSV an Konzentration. Im gesamten Spiel verwarfen die Lauenburger vier Siebenmeter. Aus dem Spiel heraus scheiterten sie zudem mehrfach an der eigenen Unzulänglichkeit oder an den TSV-Keepern Ralf Schuhmacher und Sascha Maiberger – letzterer ist eigentlich Torhüter der „Zweiten“. „Ihre gute Leistung war ein entscheidender Punkt. Ich hatte auch das Gefühl, dass wir den Sieg mehr wollen“, sagte Dieckert, der seinem Team schon zur Halbzeit ein großes Kompliment aussprechen musste. Die 10:9-Führung war der erste Pausvorsprung der Saison.

Im zweiten Durchgang stemmte sich auf Seiten der Lauenburger nur der ehemalige Schwarzenbeker Max Wagenitz gegen die Niederlage. Sechs der elf LSV-Tore in der zweiten Hälfte warf der Linkshänder. Doch das nütze alles nichts. Die „Wölfe“ feierten ausgelassen ihren ersten Saisonsieg und hoffen nun, endgültig in der Liga angekommen zu sein. „Dieser Erfolg ist wie eine Befreiung“, frohlockte Dieckert, „ich hoffe, dass er uns beflügelt.“

LSV-Tore: Wagenitz (7), Lange (4/2), Rüger (3), Müller, Schulz (je 2), Busch (1/1), Fengler Mathias (1/1).

TSV-Tore: Merla (9), Grothkopf (6/1), Heuschneider (6), Seefeld, Heering (je 1).

Quelle Bericht: Bergedorfer Zeitung
Bilder Copyright: FI-LO MOVIES