Woche drei der Saisonvorbereitung- Ämtervergabe- Liebe geht raus an die Elbdiven

Liebe Handballfreunde,

wir schreiben Woche drei der Saisonvorbereitung. Das Corona-Wellfleisch wird langsam in die richtige Form gebracht, die T-Shirts sitzen nicht mehr wie eine Wurstpelle auf dem Bauchspeck, selbst Björns Hintern rückt Stück für Stück wieder enger zusammen, genau wie das Team- überragende Trainingsbeteiligung bei den Landesliga-Handballern der LSV.

17 (!!) aktive (ich zähle mal die Indoor-Fahrradfahrer zu den aktiven dazu) Spieler erblicke ich, als ich Freitagabend die Halle betrete. Es liegt Moschus in der Luft- die Jungs sind heiß wie Frittenfett, hier wird geschwitzt und hart gearbeitet. Das Trainerteam lässt in dieser Woche zum ersten Mal zärtliche Ballkontakte zu, was vor allem die jungen Spieler bis Jahrgang 2000 zu Tränen rührt, nachdem bisher nur Kilometer und Eisen gefressen wurden.

In allen Sportarten sind es die Duelle auf Augenhöhe, die die Fanwelt und das Fanherz fasziniert. Ich denke an Becker gegen Edberg Ende der 80er, als sie fast jedes Wimbledon-Finale gegeneinander bestritten, ich denke an Phil Tylor und Raymond van Barneveld, die Mitte der 2000er mit ihren Spielen die Dart-Welt in Atemnot brachten, ich denke an Uschi Diesl und Magdalena Forsberg, die sich im Jahr 2000 den spannendsten Biathlon-Weltcup aller Zeiten geliefert haben. Ähnliches spielt sich derzeit auch im Team der Lauenburger Handballer ab.

Daniel, bekannt als Mister Langstrecke, ab 400m intern seit 2008 ungeschlagen, wird attackiert. Da kommt der blonde Jüngste aus dem Allgäu und greift den „Mo Farah der LSV“ tatsächlich an, überholt ihn, sodass einen kurzen Moment die Zeit stillsteht. Die Jungen begehren auf, Ähnliches habe ich bisher nur in Tierfilmen gesehen, wenn die Jungbullen der Walross-Herden den Leitbullen angreifen. Interne sportliche Wettkämpfe erhöhen die Wettbewerbsfähigkeiten, ich habe gerne zugesehen – weiter so!

Apropos Tierwelt: Die Jagd ist im Tierreich sowie im Bereich des privaten Amüsements eine herausfordernde Sache. Der erfolgreiche Jäger versucht dabei immer die Herde potenzieller Opfer zu separieren, um die schwächsten Mitglieder eben dieser Gruppe mit einem Biss ins Genick handlungsunfähig zu machen oder, um im übertragenen Sinne zu bleiben, mit einem Kuss ins Genick diese handlungsfähig und vor allem handlungswillig zu machen. Worauf will ich eigentlich hinaus?? Ach, richtig, ich bin ein erfolgreicher Jäger! Ein Informationsjäger. Auch ich habe mich der Herde angenähert, ich habe die schwächsten Mitglieder beim Seilspringen separiert und habe für euch Informationen herausgekitzelt in den Phasen der größten Vulnerabilität. Nur als Beispiel kann ich berichten, dass das Amtsgericht Schwarzenbek eine neue Richterin hat. Beruflich ohne Fehl und Tadel, gerecht und äußerlich offenbar eine glatte 10. Hat nichts mit Handball zu tun, aber über sowas spricht das Team- ich will nur,  dass ihr das wisst… Ich werde wohl klagen müssen!

Nach dem Training haben Max und Kalle einen ausgegeben, zu Kaltgetränken wurde Pizza und Maulwurfkuchen gereicht. Man merkt Max einfach an, dass er häufigen Kontakt zu den Helden der Kreisklasse pflegt – er bringt einfach mal Kuchen mit- ich bin begeistert. Dann die wichtige Ämtervergabe- ein Highlight jeder Saisonvorbereitung. Da müssen wir jetzt durch:

Maxi-Niklas wird Musikboxwart (ich hätte ihm nach dem Vergessen der letzten Box in Neumünster keine zweite Chance gegeben), Philip Playlistwart (Helene läuft auch auf Spotify), zu den Anlagenbrüdern werden Pierre und Lukas gewählt, den Festausschuss bilden Hase Schulz, Kalle und Philip, wobei Max als Novize fungiert, Frank bleibt der Schmerzmittelwart, (in Nosdorf kommt man da relativ unkompliziert ran), Mini-Niklas übernimmt das Babyöl- und Backeamt, Björn macht alles mit Tupperware (zwischenzeitlich geht bei der Wahl um 21.50 Uhr das Bier aus… Hört, Hört, Herr Bierwart), Inkasso-Jonathan wird im Amt bestätigt, Daniel macht die Internetseite, social Media-Influencer mit Schwerpunkt auf Tic Toc werden Björn und Fabian, Buschi flaggt auf, als Hallensprecher wird das Team Markus Matthiesen und Ivo(profin) vorgeschlagen, die müssen aber noch gefragt werden, den Eiskoffer bereitet Buschis Mudda vor (einen ganz lieben Gruß an dieser Stelle an alle Spielmütter), Max wird Duschwart und abschließend wird Thorben im Amt des Wasserträgers bestätigt- meinen herzlichen Glückwunsch an alle Würdeträger. Das Ehrenamt- auch mannschaftsintern- ist eine Triebfeder des Amateursports.

So ganz genau kann ich nicht sagen, wann der erste richtige Mannschaftsabend endete, aber ich weiß noch, dass Thorben, der sich für seinen sportlichen Einsatz beim Trainerteam einen Marienkäfer-Aufkleber (bei Erstklässlern wie meinem Sohn als „Fleißbienchen“ bekannt) verdiente, in zwei Wochen zum Pulled-Pork-Buffet geladen hat. Keine Ahnung, wo der wohnt, aber ich bin für euch auf jeden Fall wieder ganz nah an der Mannschaft!

Abschließend möchte ich noch ein paar aufmunternde Worte an die Elbdiven richten, die nach einigen Abgängen mit einem kleineren und vor allem unerfahreneren Kader in der Schleswig-Holstein Liga spielen werden. Ihr könnt euch sicher sein, dass der Hasenberg für euch noch enger zusammenrücken wird, es wird noch lauter und ihr werdet eine tolle Saison spielen. Einzelne Spielerfrauen sehe ich regelmäßig beim Jogging rund um das Kieswerk, während ich Literatur für meine anstehende Doktorarbeit sichte. Wenn das nichts wird, geht die nächste Bewerbung als Duschwart raus – versprochen. Ich bin und bleibe euer Fan!

Bis zum nächsten Mal, euer Markus