Nichts zu verlieren..

Hatten die Männer der Lauenburger SV am Sonntag, in Dänischenhagen. Nachdem sich zu den Langzeitverletzten Ole Horstmann und Frank Mathias noch drei weitere Ausfälle gesellt hatten, reiste die Truppe von Trainer Carsten Mahnecke mit nur 9 Spieler – davon zwei Torhüter – zur weitesten Auswärtsfahrt. Demgegenüber stand der MTV Dänischenhagen, der trotz verletzter Spieler auf 14 Mann beim Warmmachen kam. Aus der vergangenen, abgebrochenen Saison war der Gegner weitestgehend bekannt. Gutes Tempospiel, beweglicher Rückraum und viel Zug zum Tor. Da schien nichts zu holen zu sein, sodass Trainer Mahnecke im Spaß vorweg dem Trainer der Gegner ein unentschieden anbot, nachdem die angesetzten Schiedsrichter aufgrund eines kleinen Verlegungs-Chaos im Vorfeld nicht erschienen waren.

Glücklicherweise lehnte der Trainer des MTVD, Tim Kreft, das Angebot ab. Denn nachdem der kurzfristig eingesprungene HVSH Schiedsrichterlehrwart Patrick Setter das Spiel angepfiffen hatte, zeigten die 9 Lauenburger eine hervorragende Teamleistung mit viel Kampfgeist und Aufopferungsbereitschaft. Von Beginn an spielten die Mannen von der Elbe lange Angriffe und warteten geduldig auf Ihre Chancen. In der Abwehr wurde mit hoher Dynamik das Angriffsspiel des MTV gekonnt unterbrochen. Dennoch erarbeiteten sich auch die Gegner geduldig ihre Chancen. Vor allem Simon Bock und Jonte Stegmann waren für die Elbestädter schwer zu verteidigen. Bis zum 8:8 in der 14. Minute blieb das Spiel entsprechend ausgeglichen. Dann schienen die Kräfte der Lauenburger etwas nachzulassen, sodass sich der MTV auf 12:8 (18. Minute) absetzen konnte. Kurz nachdem Daniel Schwarz per Siebenmeter auf 12:9 verkürzte, kippte das Momentum wieder zugunsten der LSV, als Torhüter Lennart Stein Fabian Rüger im Gegenstoß im Feld stehend foulte und dafür folgerichtig die Rote Karte sah. Der darauf folgende 3-Tore-Lauf setzte den Spielstand wieder auf Unentschieden (21. Minute). Nur 2 Minuten nach dem Ausgleich erwischte es die Elbestädter kalt. Pascal Drewing traf beim Block den Angreifer des MTV mit den Händen im Gesicht und sah dafür eine harte, aber den Regeln entsprechend vertretbare rote Karte. Somit war auch der letzte verbliebene Auswechselspieler für das Feld nicht mehr verfügbar.

Mit der Moral, die die gesamte Truppe an diesem Sonntag an den Tag legte, war das aber kein Problem. Die hohe Intensität auf beiden Seiten blieb unverändert und kurz vor der Pause konnte Fabian Rüger sogar zum 17:15 aus Lauenburger Sicht einnetzen.
In der zweiten Halbzeit zeigte der MTV dann von Beginn an, dass sie ihr erste Saisonspiel in jedem Fall erfolgreich gestalten wollten und ging beim 18:17 in der 34. Minute wieder in Führung. Diese gaben sie im Verlauf der zweiten Halbzeit auch nicht mehr ab. In der 48. Minute hatten die Hausherren sogar die Chance mit 4 Toren in Führung zu gehen. Doch eine Auszeit von Trainer Mahnecke zeigte ihre Wirkung. Fabian Rüger, Marcel Busch und 2 Mal Carsten Schulz stellten in der Folge auf 30:30. In der Schluss-Viertelstunde zeigten auch die Lauenburger Torhüter ihr Können und vereitelten auch die eine oder andere klare Torchance der Gegner, sodass der MTV nur noch 4 Tore Warf. So kam es, dass die Hausherren auch 30 Sekunden vor Schluss ihren letzten Angriff trotz vorheriger Auszeit durch Trainer Kreft nicht erfolgreich gestalteten. So war es den Mannen von Carsten Mahnecke vorbehalten, sechs Sekunden vor Schluss durch Jonathan Fengler vom Kreis erfolgreich zu sein und mit 31:30 in Führung zu gehen. Der Rest war Freude pur und die Zebras skandierten laut „Auswärtssieg“.

Am Schluss siegte also der Kampf- und Teamgeist, der dem MTV am vergangenen Sonntag wohl noch etwas fehlte. Dennoch haben die Zuschauer ein sehenswertes, umkämpftes Handballspiel mit viel Einsatz und Spannung gesehen. Nun müssen die Jungs der LSV diese Euphorie und Einstellung über die lange Pause beibehalten, damit am 23.10. gegen den TuS Lübeck die nächsten 2 Punkte geholt werden können. Leicht wird das auf keinen Fall, wenn dann auch noch Fabian Rüger nach seiner lange geplanten Sprunggelenks-OP über mehrere Monate ausfällt.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu Schiedsrichter Patrick Setter, der ein anspruchsvolles Landesliga-Spiel alleine geleitet hat. Obwohl wir anfangs skeptisch und unzufrieden waren, hat er das hervorragend gelöst und mit einer klaren Linie und hervorragender Kommunikation den Mannschaften das Feld überlassen, die den Sieg unter sich ausgemacht haben. Eine hervorragende Leistung.